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Schlimme Unwetter in Südbrasilien bringen Tote und Obdachlose

01.12.2008 – In diesen Tagen geht der Blick der Badisch-Südbrasilianischen Gesellschaft (BSG) mit großer Sorge zu den Freunden in Südamerika. Die jüngsten Fernsehbilder aus dem Kontinent auf der südlichen Erdhalbkugel zeigen Menschen, die ohnmächtig vor der zerstörerischen Kraft des Wassers flüchten. Im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina hatten schlimmste Unwetter getobt, die das Land in diesem Ausmaße seit 25 Jahren nicht mehr erleben musste. Die Informationen, die den Präsidenten der BSG, Egon Klefenz, gestern noch über das Internet erreichten, sind erschreckend. Im ersten Augenblick wird man an das Szenario der Oderflut im Jahr 1997 erinnert, wo in Polen und Tschechien knapp hundert Menschen starben. Auch in Brasilien schüttete es in den vergangenen Wochen wie aus Kübeln, der aufgeweichte Boden konnte das Wasser nicht mehr speichern. Besonders schlimm hat es die Region um Blumenau, einer Stadt mit knapp 300.000 Einwohnern, erwischt. 78 Tote sind dort mittlerweile registriert, 50.000 Obdachlose suchen nach vorsichtigen Schätzungen eine neue Bleibe. Die Fotos aus Blumenau zeigen eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Wassermassen unterspülten Straßen, verursachten Erdrutsche und rissen ganze Wohnblocks mit sich. Schlammlawinen gingen von den Hängen ab, Schutt und Geröll blockierten Straßen. Was die Aufnahmen nicht zeigen, ist das Leid der Menschen, die hier teilweise ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und nicht mehr weiter wissen. Heftige Regenfälle sind zwar im Brasilianischen Sommer nichts ungewöhnliches, über Tage andauernde Wolkenbrüche gab es aber letztmals 1983. Damals, so die Schilderung von Celso Habitzreuther, deutschstämmiger Lehrer in Guabiruba, waren die Überschwemmungen zwar noch höher, die Lage aber insgesamt nicht so dramatisch wie jetzt. Die enormen Schäden stellen das ganze Bundesland Santa Catarina auf eine harte Probe. Das Räumen der Erdmassen in Guabiruba und Brusque wird noch lange dauern, Brücken müssen erneuert, Gebäude wieder aufgebaut werden. Valdir Riffel, ebenfalls Brasilianer mit badischen Wurzeln, berichtet mit elektronischer Post von der zerstörten Gasleitung, die aus Bolivien kommend einen Großteil der Energieversorgung der gesamten Region abdeckt. Durch den Zusammenbruch dieser Pipeline stehen viele Fabriken still, an ein geregeltes Geschäftsleben ist ohnehin vorerst nicht mehr zu denken. Die Hauptstraße BR 101 von Paraná nach Rio Grande do Sul ist immer noch gesperrt. Natürlich steht bei solchen Eindrücken der Wille zum Helfen ganz oben. „Wir planen eine Sammlung von Kleidern und Textilien, um zumindest eine kleine Hilfe für die Not leidende Bevölkerung leisten zu können“, erläutert der ehemalige Karlsdorf-Neutharder Bürgermeister die Pläne des Präsidiums der BSG. Allerdings muss dies noch mit Brasilien koordiniert werden, immerhin geht ein solcher Transport auf eine zehntausend Kilometer lange Reise. Mit den „Brasilianern“ sei man ständig in Kontakt, auf einen Hilferuf von dort vorbereitet.

Riesige Wassermassen haben in Südbrasilien deutliche Spuren hinterlassen. Die Badisch-Südbrasiliansiche Gesellschaft mit Sitz in Karlsdorf-Neuthard will helfen.

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