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Tageszeitung in Rio Grande do Sul berichtet über Nachfahren aus Karlsdorf

16.03.2008 – An dieser Stelle möchten wir auf einen Zeitungsartikel hinweisen, der am Sa., dem 08.03 in der „Zero hora“, der größten Tageszeitung in Rio Grande do Sul, über die Dürre im Nordosten des südbrasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul berichtete. Der darin erwähnte José Riffel ist ein Urenkel des aus Karlsdorf / Baden ausgewanderten Dominik Riffel.

Fachleute intensivieren Arbeit zur Feststellung von Schäden im Ackerbau

Landwirte erheben Anspruch auf Unterstützung gegen die Dürre

Santo Cristo
Bericht: Silvana de Castro

Sojapflanzungen mit kleinen Samen und wenig entwickelte Kolben auf Maisfeldern in Folge fehlenden Regens wurden gestern vom Minister für Landwirtschaftliche Entwicklung Guilherme Cassel inspiziert. Laut Feststellung des Zivilschutzes erklärten im Bundesstaat (Rio Grande do Sul) auf Grund der Dürre schon 49 Gemeindebezirke den Ausnahmezustand.

Der Minister befand sich zur Eröffnung der 1. Ausstellung zum landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Santo Cristo und nahm die Gelegenheit wahr, sich von den Schäden zu überzeugen, welche die Dürre vor allem im Nordwesten und Norden Rio Grande do Suls verursacht. Cassel wird eine Auflistung von Forderungen kleiner landwirtschaftlicher Erzeuger mit nach Brasilia nehmen.

Landwirte, die auf Familienbasis arbeiten, verlangen vor allem mehr Beweglichkeit bei Erhebungsarbeiten in der Landwirtschaft, um in den Genuss der landwirtschaftlichen Versicherung zu kommen, sodann die Ausdehnung der Versicherung auf Gestellungskosten in der Viehwirtschaft und die Gewährung finanzieller Unterstützung im Notfall für diejenigen Erzeuger, die ihren landwirtschaftlichen Anbau nicht versichert haben. Cassel versichert die Überprüfung der Auflistung.

„Die Situation ist hart, es handelt sich nicht um eine allgemeine Dürre, sondern um streckenweise Trockenheit, beim Mais wie auch bei den Sojabohnen. Unser Hauptheilmittel dafür ist die Versicherung der auf Familienbetrieb basierenden Landwirtschaft“, sagte der Minister angesichts der Situation der Landwirtschaft der Familie Riffel in Linha Salto, im Innern des Gemeindebezirks.
Die Familie hat Verluste von 80% auf ihren drei Hektar Mais und 70% auf den 10 Hektar Soja. In den letzten 45 Tagen fielen an dem Ort nur 30 mm Regen. In dieser Woche baten die Riffels um eine Überprüfung der Ländereien, die finanziert sind und Recht auf Entschädigung aus der Versicherung haben. Riffels wollen das, was in der Maispflanzung verloren ging, im Silo für die Fütterung der Rinder nutzen, da die Weide ja auch von der Trockenheit betroffen ist.
Familie Riffel erlebte drei Dürrejahre „Hier gibt es ab und zu eine Dürre. Im Laufe von fünf Jahren haben wir drei erlebt“, berichtete Wilson, der zusammen mit den Eltern José und Leonilda in der Landwirtschaft arbeitet.
Bei der Ernte 2004/2005 verloren die Riffels die ganze Sojaproduktion. Jetzt sind sie Zeugen, wie sich das Phänomen wiederholt und beobachten die verkümmerte Schotenbildung an jeder Pflanze. Die wenigen noch ansehnlichen Pflanzen überdauern dank des unterschiedlichen Bodens auf dem Anwesen.
Für finanzierte Pflanzungen und für die ein Recht auf Entschädigung besteht, will das Ministerium den Erhebungsprozess für den Verlust beschleunigen. Laut Cassel ist zu erwarten, dass Landwirte mit Verlusten von über 30% im Laufe der nächsten Wochen mit der Erstellung der Gutachten für die Zahlung der Versicherungssumme rechnen können. Dabei rechnet der Minister mit der Unterstützung der Emater („Empresa de Assistência Técnica e Extensão Rural“ – Einrichtung auf bundesstaatlicher Ebene zur technischen Förderung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe und gemeinsamer Projekte von solchen. Gisela), von der eine Verstärkung des Teams von Fachleuten in den Gebieten mit grösseren Schäden in Folge der Trockenheit gefordert wurde.
„Da es sich um verstreut liegende Gebiete handelt, werden wir Fachleute versetzen, um dem gesamten Bedarf zu entsprechen“, erklärte der Präsident der Emater, Mário Nascimento.

Übersetzung aus: Zero Hora, Porto Alegre, Samstag, 8. März 2008.
Anmerkung: In der Ausgabe von Mittwoch, dem 12. März, erschienen weitere Berichte über die Dürre im Norden und Nordwesten von Rio Grande do Sul. Wir werden die Artikelserie, falls fortgesetzt, weiterhin verfolgen und besonders auch auf genannte Namen aufmerksam sein.

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